Malen – das hat mich bereits im Alter von 8 Jahren am meisten interessiert. Ich habe die Trauerfeier geliebt und habe mich arglos auf jedes Begräbnis von jedem Pilsner Bürger gefreut. Die ganze Zeremonie hat mich sehr gerührt, auch wenn ich die Rede des Pfarrers über dem Sarg nicht so gut verstand. Ich habe mich immer danach gesehnt, die Hinterbliebenen zu trösten. Und wenn lange kein Begräbnis stattfand, habe ich eine überfahrene Katze oder eine gefrorene Krähe gefunden und denen einen feierlichen letzten Weg veranstaltet.
Die Eltern und mein Onkel dachten damals, ich sei nicht normal. Also kein Wunder, dass ich meine Malerbahn mit einer Abbildung eines Begräbnisses begann. Es war Öl auf Leinwand und mir schien es, dass das Bild gelungen war. Hinter dem Sarg gingen viele weinende Frauen und Kinder und ich stand an der Friedhofwand und spielte Flügelhorn. Die Mutti hat mich für mein Werk über das Haar gestreichelt und sie hat mir in einigen Tagen das Buch mit Reproduktionen von berühmten Malern, die ich dann in mehreren Monaten abgezeichnet habe, mitgebracht.
Vorstellung












